Est igitur res publica res populi

 

Einen überaus interessanten Vortrag von Prof. Dr. Christoph Schubert, Inhaber des Lehrstuhls für Latein an der FAU Erlangen-Nürnberg, erlebten etwa 40 interessierte Besucher am 04. April in der Aula des Gymnasiums Scheinfelds.
Ausgehend von den im Titel zitierten sechs Worten – der berühmten Staatsdefinition aus Ciceros Werk de re publica (vom Staatswesen) – entfaltete der Philologe nicht nur den Gesamthorizont der zentralen staatsphilosophischen Schrift der römischen Antike, sondern führte auch ebenso fachkundig wie allgemeinverständlich in die Arbeitsweise der Klassischen Philologie ein, der Wissenschaft also, die die Liebe (philia) zum Wort, zum Text, zum Sinn (logos) der antiken Texte programmatisch im Namen führt. Dass er auch für Fachkollegen noch überraschende Ideen einfließen ließ, sei am Rande vermerkt.

 

Nachdenklich stimmte der in Fragen verkleidete Schlussappell, sich das ciceronische Beispiel sowohl formal (gepflegte, respektvolle, fachlich fundierte Gesprächskultur statt Talkshow und Twitterblasen) als auch inhaltlich (die pflichtgemäße und zugleich freudige Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwesen als Kennzeichen einer wahren Elite) zum Vorbild zu nehmen, der sich inbesondere an die anwesenden Abiturienten, die Elite von morgen, richtete. Bleibt zu hoffen, dass die jungen Leute sich das Anliegen zu eigen machen und sich für das Staatswesen, verstanden als das Gesamt dessen, was für die Menschen, die es begründet haben und in ihm zusammengeschlossen sind, von Belang ist, mit ganzer Kraft auch unter Zurückstellen von Individualinteressen einsetzen.

Who's Online

Aktuell sind 52 Gäste und keine Mitglieder online