Verabschiedungen 2015

 Verabschiedungen 2015

v.l.: StD Porzelius, OStD Munzert und StD Przyborowski

Gerd Porzelius, StD

Nach 35 Jahren im Universitäts- und Schuldienst endet mit dem 31. Juli 2015 und dem Eintritt in den Ruhestand für Studiendirektor Gerd Porzelius die Unterrichtstätigkeit und seine Mitarbeit in der Schulleitung am Gymnasium Scheinfeld.
Gerd Porzelius kannte unser Gymnasium aber nicht nur aus der Lehrerperspektive. Geboren am 16. April 1950 und aufgewachsen in Scheinfeld besuchte er seit 1961 die damalige Oberrealschule und legte 1970 das Abitur ab. Nach dem Wehrdienst bei der Bundeswehr begann er 1972 in Würzburg das Studium für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geographie und Sport, das er 1977 mit dem 1. Staatsexamen abschloss. Nach dem 2. Staatsexamen 1979 nahm Herr Porzelius nach einem halben Jahr Unterrichtstätigkeit am Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasium Bad Windsheim im Februar 1980 eine Stelle am Institut für Sportwissenschaften an der Universität Bayreuth an. 1985 zog es ihn aber wieder nach Mittelfranken. Am Hardenberg-Gymnasium in Fürth, an das Herr Porzelius versetzt wurde, verbrachte er aber nur eine Art Übergangszeit, denn zum Schuljahr 1988/89 wurde er auf eigenen Wunsch an das Gymnasium Scheinfeld versetzt, was bezüglich Heimatnähe – Sugenheim – nicht mehr zu verbessern war und deshalb wohl auch bis zum Ende der aktiven Dienstzeit das zentrale berufliche Zentrum seines Lebens geblieben ist. Bleiben noch die Stationen der Dienstlaufbahn zu nennen: 1982 Ernennung zum Studienrat und Beamten auf Lebenszeit, 1986 wurde Herr Porzelius zum Oberstudienrat befördert, 2002 erfolgte die Ernennung zum Studiendirektor.
Sport und Geographie – Geographie und Sport – schwer zu sagen, an welchem Fach sein Herz mehr hing. Oft ist es ja so, dass wir Lehrer am Gymnasium das eine von zwei oder drei Fächern besonders gern unterrichten. Bei Herrn Porzelius war das anders. Er hat immer begeistert von seinen Fächern erzählt und war wahrscheinlich viel zu sehr Lehrer aus Passion, als dass das nur für ein Fach hätte gelten können. Aber noch entscheidender: Für ihn standen die Kinder, die Schüler so deutlich im Mittelpunkt seines Erziehungs- und Unterrichtsbemühens, dass kein Fach den Vorrang hätte behaupten dürfen. Für diese Einschätzung spricht auch, dass sich Herr Porzelius frühzeitig zum Beratungslehrer ausbilden ließ und diese Funktion lange ausübte.
Das Interesse für die Schullaufbahn, für die Entwicklung der jungen Menschen, die uns eine gehörige Zeit anvertraut werden, ihre Förderung, was auch Grenzsetzungen und Einübung in Regelverhalten betrifft, war ihm ein Anliegen und das hat er mit Erfolg betrieben, auch als er im Jahr 2000 mit einer anderen verantwortungsvollen Aufgabe betraut wurde: der Mitarbeit in der Schulleitung. Die gewachsene Schülerzahl unseres Gymnasiums ermöglichte es, diese Funktion einzurichten, und es hat schon etwas Historisches, wenn mit der Pensionierung von Herrn Porzelius diese Funktion ausläuft und in absehbarer Zeit wohl nicht wieder besetzt werden kann.
In den Jahren als Mitarbeiter in der Schulleitung hat Herr Porzelius nicht nur die dafür vorgesehenen Aufgaben bestens erfüllt, sondern z.B. zusätzlich Respizienzaufgaben in Geographie und Wirtschaft und Recht übernommen und – das war auch sehr wichtig – als Vertrauens- und Verbindungsperson zum Förderverein gewirkt.
Lieber Gerd, herzlichen Dank für Deine Arbeit am Gymnasium Scheinfeld und ganz herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit, die ich mit Dir in der Schulleitung erleben durfte. Wir haben in Dir einen Kollegen gehabt, der mit seiner Ausgeglichenheit, Freundlichkeit und Kompetenz Vorbild und Gesprächspartner für jeden sein konnte, den Schüler und allen Mitarbeitern gegenüber, und das sehe ich mit großer Dankbarkeit.
Du siehst, es gäbe Grund, Dich ungern ziehen zu lassen, aber das wäre egoistisch. Wir freuen uns mit Dir, dass Du in eine neue Lebensphase, die des aktiven Ruhestandes, eintreten kannst, und wünsche Dir dazu gute Gesundheit, Lebensfreude, Offenheit für das, was das Leben noch bereit hält, und, am wichtigsten, Gottes Segen für Deine ganz persönliche Zukunft.
Alfred Munzert, OStD




Rudolf von Przyborowski, StD

Am Ende dieses Schuljahres geht nach 34 Jahren im Schuldienst die aktive Dienstzeit von Herrn Studiendirektor Rudolf von Przyborowski zu Ende.
Geboren 1951 in Schwabach ging er dort auch bis 1972 zur Schule. Es folgten zwei Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr, bevor Herr von Przyborowski das Studium der Mathematik und Physik für das Lehramt an Gymnasien in Erlangen begann. Nach dem 1. Staatsexamen 1981 wurde er am Helene-Lange-Gymnasium in Fürth auf das 2. Staatsexamen vorbereitet und legte dieses 1983 erfolgreich ab.
Die Zuweisung einer Planstelle am Gymnasium Scheinfeld im Herbst 1983 war dann schon der Beginn einer 32-jährigen ununterbrochenen Lehrtätigkeit an unserer Schule, deren Erfolg sich auch in Jahreszahlen ablesen lässt: 1985 Ernennung zum Studienrat und Verbeamtung auf Lebenszeit, 1987 kommissarische Fachleitung Mathematik, 1989 endgültige Übertragung der Fachleitung mit der Ernennung zum Oberstudienrat, 1990 Beförderung zum Studiendirektor.
Die enge Verbundenheit mit der Schule, dem Kollegium, mit Scheinfeld als Lebensmittelpunkt zeigte sich auch daran, dass sich Herr von Przyborowski und seine Familie Anfang der 90er Jahre mit dem Bau eines Eigenheims endgültig in Scheinfeld niederließen.
Ob es wohl einen zweiten Fachbetreuer für Mathematik in Bayern gibt, der auf so viele Jahre Erfahrung in dieser Funktion zurückblicken kann – 28 Jahre, in denen Lehrpläne, Kollegen, Schulleiter gekommen und gegangen sind. Eine Zeit, lange genug, um gelassen auf Aufgeregtheiten zu reagieren, die mit der Ankündigung von Neuem, sagen wir, endlich entdeckten Zusammenhängen, wie man welche mathematischen Inhalte in welchen Jahrgangsstufen vermitteln muss, damit endlich jeder in diesem Fach erfolgreich sein kann.
Natürlich war Herr von Przyborowski nicht immer gelassen, wenn solche umwälzenden Neuerungen angekündigt und angeblich auch umgesetzt wurden. Dafür war er viel zu emotional mit seiner geliebten Mathematik verbunden. Er hat gekämpft, argumentiert, beschwört, auch geschimpft – da wusste man immer, wie man dran ist, als Kollege, als Schüler, wohl auch als Erziehungsberechtigter, wenn das Gespräch gesucht wurde, auf jeden Fall als Schulleitung. Auch wenn er nach außen hin gerne als Pessimist aufgetreten ist: er hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass ein Unterricht nicht doch noch besser werden könne, ein Schüler durch mehr Einsatz und Übung doch noch die rettende 4 schreiben und die Klasse bestehen könnte, und das hat er den Betroffenen immer klar gesagt und auch Hilfestellungen angeboten, das Ziel zu erreichen.
Dass das Gymnasium ohne einen entsprechenden Leistungsanspruch seine Berechtigung im Bildungssystem allmählich zu verlieren droht, davor hat er immer gewarnt. Gleichzeitig aber war er der erste, der erkannt hat, wenn ein Schüler schlicht überfordert war oder wenn die Verhältnisse so gestaltet waren, dass seelischer Schaden bei weiterem Leistungsdruck drohen würde und im Interesse des Kindes dieser Druck weggenommen werden musste.
Das Fachliche vom Pädagogischen zu trennen, lag Dir, lieber Rudi, immer fern, und die Verknüpfung von beidem sollte ja einen Lehrer – im Unterschied zum reinen Wissenschaftler – auszeichnen. Wir haben mit Dir einen Kollegen gehabt, dem das ausgezeichnet gelang und der die Mathematik zu einem Markenzeichen unserer Schule mitentwickelt hat – Abiturergebnisse und andere Leistungsvergleiche bestätigen das immer wieder.
Herzlichen Dank für das, was Du für die Schule und die Menschen in ihr in den letzten 32 Jahren geleistet hast. Wir wünschen Dir eine gesegnete Zeit im Ruhestand, Gesundheit, die Dir erlaubt, auch körperlich die neuen Mobilitätschancen wahrzunehmen, und würden uns freuen, wenn der gedankliche Austausch auch in Zukunft durch den Kontakt zur Schule möglichst oft fortgeführt werden kann.
Alfred Munzert, OStD

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