Oberstufenfahrt in die Provence, 10.09.2013 - 16.09.2013

Anreise, Dienstag/ Mittwoch (10./11.09.2013)

Am 10. September trafen sich 31 gut erholte Schüler der zwölften Jahrgangsstufe um 22:00 Uhr vor der Schule, um zusammen mit den betreuenden Lehrkräften Herrn StD Schröttel und Frau OStRin Seifert die ca. 15-stündige Fahrt in die Provence anzutreten. Für die Organisation und Gestaltung dieser Studienfahrt, die öfters (fälschlicherweise) als Urlaubsreise interpretiert wurde, waren die Mitglieder sowie die Leiter des P-Seminars Latein/ Französisch zuständig. Nachdem das gesamte Gepäck verstaut, die Anwesenheit der Ausweise kontrolliert und hier und da noch für kleine Jungs/ Mädchen gegangen wurde, konnte die Reise, die schon einige Minuten nach Abfahrt mit Cola und Apfelschorle begossen wurde, im Bus des Unternehmens Weiherer beginnen. Um etwa 2:00 Uhr fand in Baden-Baden ein Busfahrerwechsel statt und von da an wurden wir von unserem Volker sicher kutschiert, was nicht jeder mitbekam, da ein Doppelplatz im Bus doch ganz bequem sein kann. Andere haben als Schlafplatz den Boden des Ganges bevorzugt. Nachdem schließlich gefühlt das gesamte Spektrum der gesamten Musikgeschichte durch die Boxen getönt war, ist gegen 4 Uhr morgens endlich völlige Stille eingetreten. Als wir gegen 12:30 Uhr in Orange ankamen, empfingen uns Temperaturen um die 21°C und der berühmte, starke Wind der Provence, der Mistral. Aufgrund mangelnder Französischkenntnisse erhellte ein kurzer Lachanfall bezüglich des Verkehrsschildes "Sauf Bus" die Stimmung (französisch sinngemäß "Parkverbot, das nicht für Busse gilt"). Daraufhin betrachteten wir zunächst den Triumphbogen, der früher dort von Römern gebaut wurde zum Andenken an einen niedergeschlagenen Aufstand der Barbaren. Nachdem Herr Schröttel uns sein anscheinend grenzenloses Wissen mitgeteilt und Frau Seifert vor dem Triumphbogen ein Gruppenfoto gemacht hatte, brachen wir auf, um das berühmte antike Theater in Orange besichtigen. Nachdem jeder einen Audio-Guide erhalten hatte, spazierten wir von Station zu Station und ließen uns von interessanten Fakten und Geschehnissen rund um das Theater berichten. In grottenartigen Räumen, die hinter dem Zuschauerraum und direkt an den Zugängen des Theaters liegen, liefen etwa 10-minütige Filme ab, die das Leben im Theater früher näherbrachten.Orange Nach einer ca. 45-minütigen Busfahrt kamen wir in unserer Jugendherberge an, von der aus man zu Fuß in 10 bis 15 Minuten das Stadtzentrum von Avignon erreichen konnte. Zunächst hielt sich die Begeisterung für den Gebäudekomplex in Grenzen, aber nachdem die Zimmer bezogen und (mit Ausnahmen) als passabel eingestuft wurden, vergnügten sich einige Schüler und Herr Schröttel im Pool. Als schließlich das Abendessen serviert wurde (als Vorspeise Tomaten-Mozzarella-Salat, als Hauptspeise Nudeln mit Geschnetzeltem und als Nachtisch ein Joghurt) waren dann doch alle ganz zufrieden. An unserem ersten Abend in Frankreich hatten wir Ausgang bis 23:00 Uhr, mit der Begründung, dass wir von der Busfahrt noch müde wären. Da in Avignon an diesem Abend nicht mehr viel Betrieb herrschte, wurde stattdessen mit einer ebenfalls in der Jugendherberge einquartierten Reisegruppe aus Nordrhein-Westfalen in einem Aufenthaltsraum gefeiert.

Tag 2: Donnerstag (12.09.13)

Orange Der neue Tag begann nach dem Frühstück im Museum am Pont du Gard. Während sich der Großteil der Teilnehmer dieser Studienfahrt von Informationen und Fakten über den Brückenbau und das frühere Leben berieseln ließ, vergnügten sich einige sehr wissbegierige Schüler nach einem Kurzdurchlauf des Museums noch im Kindermuseum unter anderem bei Miniatur-Wasserlaufsystemen und einer antiken Küche, wie sie früher in den Haushalten zu finden war. Daraufhin wurden wir von einem Experten zum Pont du Gard selbst geführt und betraten schließlich bei hochsommerlichen Temperaturen die sehr enge Passage des Aquädukts, in dem früher das Wasser floss und das elementar für die Wasserversorgung der umliegenden Städte war. Von diesem Wasserkanal aus konnte man einen wunderschönen Ausblick über die idyllische Landschaft genießen, wobei man aber vorsichtig hindurchlaufen musste, da die Kalkablagerungen an den Wänden sowie die Abdeckung darauf, die vor der Verdunstung des Wassers schützte, den Gang so eng machten, dass sich auch die Kleineren unter uns mal groß fühlten. Nachdem die Führung beendet und die Brücke über den Fluss Gardon von allen möglichen Sichtwinkeln betrachtet worden war, verbrachten wir unsere Mittagspause am Flussufer bei Baguette und Sonnenschein. Einige trauten sich sogar (teilweise) in das sehr erfrischende Wasser der Gardon, wobei die Kieselsteine nicht nur Probleme bereiteten, Halt zu finden, sondern auch Anlass zu lustigen Bildern gaben. Diese Gelegenheit ließ sich Frau Seifert natürlich nicht entgehen, zückte ihre Kamera und ließ eine sehr amüsante Fotoreihe entstehen. Im Nachmittag brachen wir dann schweren Herzens auf, um bald darauf einige antike Bauwerke in der Stadt Nîmes zu besichtigen. Auf der Fahrt dorthin wurden Blätter bezüglich der Sehenswürdigkeiten in Nîmes ausgeteilt, die mit einigen (unangebrachten) Protesten abgeheftet wurden. Angekommen konnten wir leider noch nicht sofort durchstarten, da eine Toiletten-Pause eingelegt werden musste, was sich nicht gerade positiv auf die Stimmung der Lehrkräfte auswirkte. Als wir schließlich mit etwa 7 Minuten Verspätung motiviert Richtung Stadtzentrum starteten, konnte man nach wenigen hundert Metern schon das atemberaubende Amphitheater betrachten. Leider konnten wir nicht das Innere des Amphitheaters betreten, da an diesem Wochenende unglücklicherweise ein Fest stattfand, das viele Plätze, Bauten und Straßen einnahm. Dementsprechend beschränkte sich der erste Besichtigungspunkt auf einen kurzen Vortrag vor dem Haupteingang der Arena. Daraufhin marschierten wir im Laufschritt durch die engen Gassen von Nîmes und fanden uns am Tempel - genannt Maison Carrée - wieder zusammen. Nachdem kurz einige Fakten zu diesem Gebäude genannt wurden, wobei Stadtlärm und Hitze nicht gerade unterstützend wirkten, und Herr Schröttel von einer Rasierschaum-Attacke überrascht wurde, ging es weiter zur nächsten Station. Aufgrund von Zeitmangel konnte nur noch das ehemals in die Stadtmauer integrierte Tor betrachtet werden, das nach dem römischen Kaiser Augustus benannt ist, da dieser dieses Bauwerk der Stadt Nîmes stiftete; die groß angelegte Parkanlage Jardin de la Fontaine mit dem Tour Magne und einem stark verfallenen Tempel wären wohl das Highlight der kleinen Stadtführung gewesen. Nicht wissend, was uns entgangen ist, brachen wir schließlich - von Vorfreude auf die Klimaanlage im Bus getrieben - auf zur Bushaltestelle und somit wieder in unsere Unterkunft nach Avignon.

Tag 3: Freitag (13.09.13)

Nach dem Frühstück ging es los nach Vaison-la-Romaine, einer Kleinstadt, in welcher zentral gelegen die größte französische Ausgrabungsstätte zu finden ist. Zu sehen war hier ein Teil der früher römischen Stadt Vaison Vocontiorum aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus. Die Ausgrabungsstätte ist in zwei zu besichtigende Bereiche gegliedert: Puymin und La Villasse. Zuerst besichtigten wir den Teil Puymin, in welchem wir mit einem Museumsbesuch begannen. Schon währenddessen erhielten wir Audio-guides, die uns sowohl in Puymin als auch in La Villasse Informationen unter anderem über die vorzufindenden Überreste eines Theaters, römischer Häuser und Thermen gaben.Orange Mit gewissem Basiswissen aus dem Museum konnte dann der Rundgang durch das ausgegrabene Gelände beginnen. Interessant ist hierbei, dass man durch die ehemaligen Räume der Häuser laufen und somit den Alltag der Römer besser verstehen kann. Dabei kam es durchaus oft vor, dass Schüler hier und da verwirrt durch das Gelände stapften und nach einiger (teilweise erfolgloser) Suche erschöpft auf ein paar Steinen ihre Mittagspause verrichteten. Am meisten begeistert hat uns alle wohl das Theater, in dem uns Herr Schröttel sogar ein paar Einführungszeilen von Prometheus vorsprach. Als wir dann um 12:00 Uhr in den Bereich La Villasse überwechselten, waren es schon für die meisten zu viele Steine gewesen. Trotzdem hatten wir viel Spaß daran, die Statue von Kaiser Hadrian mit Sonnenbrille, Herrn Schröttels Cap, einer Schuljacke, einem Schaal und einem Audioguide zu schmücken. Daraufhin verbrachten wir unsere Mittagspause an einem kleinen Tümpel und sonnten uns im Gras. Nachdem schließlich alle Audio-guides abgegeben waren und Herr Schröttel seinen Personalausweis wieder bekommen hatte, ging unsere Fahrt weiter zum Mont Ventoux. Schon auf dem Weg zum Gipfel (1912m) konnten wir die atemberaubende Aussicht genießen und verstehen, warum viele Schriftsteller, wie Ellen uns vortrug, in die Provence kamen, dort lebten und über die Provence schrieben. Oben angekommen, hat ein Teil der Gruppe leckeres Essen mit schönem Ausblick genossen, der andere Teil versuchte so viele Erinnerungsbilder wie möglich zu schießen.Orange Dank des schönen Wetters (purer Sonnenschein mit weitem Blick zu den Alpen und den Pyrenäen, das Meer konnten einige von uns ganz klein am Horizont erkennen) war der Ausblick vielleicht für den ein oder anderen einer der Höhepunkte unserer Fahrt. Auf dem Heimweg zur Jugendherberge führten wir unser fast tägliches Ritual durch: eine Shoppingtour durch die Supermärkte Frankreichs, deren Größe der einer IKEA-Filiale ähnelte.

Tag 4: Samstag (14.09.13)

Orange

Am Samstag kamen dann endlich auch all diejenigen auf ihre Kosten, die geglaubt hatten, auf einer Urlaubreise zu sein, denn es ging ans Meer. Aber erst nachdem wir in Saint-Rémy-de-Provence Überreste einer römischen Stadt (also Steine)besichtigt hatten. OrangeDanach durften wir einen halben Tag lang am Strand in der Sonne liegen, uns im Strand wälzen und im sehr erfrischenden Meer baden. Die Gourmets unter uns hatten die Chance, Muscheln zu kosten, und wer keine essen wollte, sammelte nur die Schalen am Strand. Zufrieden und müde fuhren wir mit dem Bus zur nächsten Sehenswürdigkeit: das Amphitheater in Arles. Nach einem einstündigen Aufenthalt ging es dann für die Hälfte der Schüler zurück in die Jugendherberge. Der Rest, einschließlich unserer Lehrer, nutzte den letzten gemeinsamen Abend, um in Ruhe zusammen essen zu gehen. Nach dem Kofferpacken konnte man den Abend noch gemütlich ausklingen lassen.

Der letzte Tag und die Abfahrt: Sonntag/ Montag (15./16.09.13)

Orange

Gleich nach unserem letzten Frühstück in der YMCA-Jugendherberge mussten wir die Zimmer von allen übriggebliebenen Essensresten befreien und hatten bis 9:30 Uhr (plus die "ihr braucht eh noch ne Viertelstunde"- Verlängerung, die wir auch tatsächlich brauchten) Zeit den Bus zu beladen. Doch auch am letzten Tag ließen wir es uns natürlich nicht nehmen noch einen Programmpunkt zu besichtigen. Also liefen wir nach Avignon City und wurden ca. 2,5 Stunden durch den sehr eindrucksvollen Papstpalast, über die, aus dem gleichnamigen Lied bekannte, Pont d'Avignon und die, mit einer komplett bepflanzten Vorderwand ausgestattete, Markthalle der Stadt geführt. Die übrige Zeit bis zur Abfahrt nutzten wir für einen Stadtbummel und besorgten uns Proviant für die Heimfahrt.Orange Trotz der nun allgemein herrschenden Müdigkeit freuten wir uns alle auf unser letztes Unternehmen: die Weinprobe im berühmten Weinort Châteauneuf-du-pape, die sich auch tatsächlich als äußerst interessant und unterhaltsam herausstellte und somit unsere Fahrt perfekt abrundete. Schließlich war es doch etwas schade, dass wir unsere letzte Nachtfahrt zurück ins verregnete Scheinfeld antreten mussten.

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