Schultheater 2018

Schultheater 2018

 

Herzlich willkommen auf der offiziellen Seite des Oliver-Twist-Musicals,
präsentiert vom Gymnasium Scheinfeld

Termine:

Es werden vier Aufführungen stattfinden:
- Mittwoch    12. Juli 2017
- Donnerstag 13. Juli 2017
- Freitag         14. Juli 2017
- Samstag      15. Juli 2017

Hintergrund:

Oliver Twist ist ursprünglich ein englischer Roman, geschrieben von Charles Dickens. Die Erstveröffentlichung war 1839, also zur Zeit der beginnenden Industrialisierung in England. Diese Epoche war gekennzeichnet vom großen Leid der Arbeiterschicht, welche ca. 90% der Bevölkerung ausmachte. Die Arbeiter lebten und arbeiteten in menschenverachtenden Umständen unter der Knute der Industriellen. Dickens greift diese Hoffnungslosigkeit auf und stellt sie am Beispiel Oliver Twists dar, welcher als Inbegriff von Unschuld und Anstand charakterisiert wird, wohingegen seine Umwelt vom moralischen Verfall des entfesselten Kapitalismus‘ geprägt ist.

Inhalt:

Oliver Twist wird in den 1830er Jahren in einem Armenhaus in Dorset geboren. Seine ihm unbekannte Mutter starb bei seiner Geburt und hinterließ nur ein Amulett mit einem Bild von ihr. Dieses Kleinod wird in der weiteren Handlung noch eine bedeutungsvolle Rolle einnehmen. Das Armenhaus wird von Mrs. Corney geführt, die eine geizige und gehässige Frau ist. Oliver wächst dort auf, bis er neun Jahre alt ist. Sein Aufenthalt in dieser Institution ist gekennzeichnet von Entbehrungen und Lieblosigkeit. Die Kinder bekommen gerade so viel zu essen, dass sie nicht verhungern, und hin und wieder nicht einmal das...
Durch einen unglücklichen Zufall wird Oliver für fünf Pfund an den örtlichen Sargtischler verkauft. Dort allerdings gerät er unverschuldet in eine Prügelei mit dem Gehilfen des Tischlers und muss in Richtung London fliehen. Völlig ausgehungert trifft er auf John Dawkins, welcher ihn zu seinem Boss, Fagin, bringt. So landet Oliver ungewollt in einer Diebesbande und das Schicksal mit seinen Tücken und Windungen nimmt seinen Lauf.


Umsetzung:

Wir werden dieses Stück als Musical mit gleichzeitiger Live-Band und einem nahezu 50 Personen starken Chor aufführen. Die Vorbereitungen laufen dazu schon seit September 2016 auf Hochtouren und wir kommen gut voran.

Die Hauptpersonen sind:

Oliver Twist, gespielt von Jule M. und Johanna T. und Emely L.

Mr. Brownlow, gespielt von Markus P.


Bill Sikes, gespielt von Oliver K.

Teil II des Max-Frisch-Doppelpacks

Andorra

 

Andorra

Max Frisch: Andorra als Schultheater

Das Gymnasium ist nach wie vor der Maxime Wilhelm von Humboldts verpflichtet: Der Mensch sucht „soviel Welt als möglich zu ergreifen und so eng, als er nur kann, mit sich zu verbinden.“
So steht es in der Präambel des neuen Lehrplans für das achtjährige Gymnasium in Bayern, und wo könnten Schüler andere Weltbilder oder Lebensentwürfe direkter kennenlernen und mit dem eigenen Denken und Empfinden vergleichen als beim Theaterspielen?

So machten sich die TeilnehmerInnen des Wahlkurses ‚Theater und Film‘ sowie der Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums Scheinfeld am 10. und 11.03.2016 daran, Max Frischs „Andorra“, eines der bedeutendsten deutschen Theaterstücke der Nachkriegszeit und eines der größten Publikumserfolge in den ersten Jahren nach seiner Uraufführung 1961, auf die Bühne der Wolfgang-Graf-Halle in Scheinfeld zu bringen. Gerade für die beteiligten SchülerInnen der Unterstufe war es sicher nicht leicht, sich mit dem Thema des Dramas, der menschlichen Neigung, in Vorurteilen zu denken und entsprechend zu handeln, was zu Hass, Gewalt und Vernichtung des anderen führt und mit der eigenen Schuldverdrängung verbunden ist, auseinanderzusetzen. Dennoch erscheint es wichtig, gerade die Aufforderung zur Überwindung von Klischees und Feindbildern, die den anderen, den Außenseiter, den Fremden, in seinem Wesen außenbestimmen und darüber hinaus das Zusammenleben der Menschen erschweren oder unmöglich machen können, die Frisch in diesem Text thematisiert, in der heutigen Zeit sehr ernst zu nehmen und die beklemmend aktuellen Mechanismen, die der Autor beschreibt, durchschauen zu lernen.

Frischs Drama spielt zu einer nicht näher bezeichneten Zeit in einem Kleinstaat, „Andorra“, der zur Geschehenszeit vom Nachbarstaat, den „Schwarzen“, bedroht wird. Es thematisiert das Schicksal des jungen Andri, des unehelichen Sohnes des Lehrers mit einer „Senora“ von drüben, der von seinem Vater als von dort geretteter jüdischer Junge nach Andorra gebracht wird, da die Eltern aus Angst vor Verfolgung über ihre Liaison schweigen. Die Andorraner sehen infolgedessen in Andri den Juden, von dessen Art und Verhalten sie feste Vorstellungen haben, die von Andri nach anfänglicher Gegenwehr übernommen werden als seine eigene Identität. Auch als er nach dem Besuch seiner eigentlichen Mutter die Wahrheit erfährt, rückt er von der ihm zugewiesenen Rolle nicht ab, sieht darin den Grund für die verwehrte Heirat mit seiner Halbschwester Barblin und geht schließlich dem Tod entgegen mit einer Art trotzigem Stolz als Teil eines von allen verfolgten Volkes.

Wenn man sich die konzentrierte Ernsthaftigkeit vergegenwärtigt , mit der die SchülerInnen aller Altersstufen an beiden Abenden zu Werke gingen, dann darf man als sicher annehmen, dass alle Beteiligten sich die Botschaft des Stückes zu eigen gemacht haben, gerade weil sie sich mit den typischen menschlichen Verhaltensweisen, den teilweise geradezu abstoßend wirkenden Verleugnungs- und Verdrängungsmechanismen der handelnden Figuren auf zwei Zeitebenen, der eigentlichen Handlung sowie der Rückschau als Zeugen im Gericht, auseinandersetzen mussten.

Sehr eindrucksvoll war dies bei allen Schauspielern bei der Darstellung des Verhaltens der Andorraner bei der ‚Judenschau‘ zu beobachten, als die Bewohner den verstummten Todeskandidaten Andri, der lediglich die einzige Erinnerung an seine getötete Mutter (Alina S.) zu bewahren sucht, aus der Erleichterung, selbst davongekommen zu sein, mit gedankenloser Härte als „typisch jüdisch“ bezeichnen. Andri, sehr eindringlich verkörpert von Christoph R., muss zuvor nicht nur berufliche Enttäuschungen verkraften durch Wirtin (Melissa I.) wie Schreiner (Jule M.), sondern auch den vermeintlichen Betrug der von ihm über alles geliebten Barblin (Christin G. bzw. Ramona R.) mit dem Soldaten Peider, sehr differenziert dargestellt durch Markus P.. Gerade auch im letzten Bild, der Klage der wahnsinnig gewordenen Barblin um den geliebten Andri, gelang es beiden Darstellerinnen durch ihr eindringliches Spiel, die beklemmende Erkenntnis nicht wiedergutzumachender Schuld nicht nur den Umstehenden auf der Bühne, sondern in direkter Anrede auch dem gebannt zuhörenden Publikum zu vermitteln.

Anhaltender Beifall und großes Lob von allen Seiten belohnte die Darsteller, neben den bereits genannten waren dies Nina D. als Idiot, Lena H. (Geselle), Valeria P. (Jemand), Stefan V. (Lehrer Can), Johanna T. (seine Frau), Amelie W. (Amtsarzt), Carla F., Juna M., Stella M., Charlotte S. und Anna-Marie K. als Andorraner, Melissa P. (Pater), Charlotte S. und Emely L. als Beteiligte an der Judenschau, Yannik S. (Judenschauer) und Maximilian I., Lukas P., Peter M. und Jonas B. als Soldaten, für ihre Mühe.

Suzanne Nennmann, OStRin, Leiterin der Theater-AG

 

Bilder von den Proben

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra Schultheater 2016: Andorra

Schultheater 2016: Andorra

 Fotos: Hanns Peter Bacherle

 

Theateraufführungen in der Stadthalle: 10. / 11.03.2016

Wer Suzanne Nennmanns Truppe im Haus hat, muss weder teure noch preisgünstige Ensembles einkaufen, um auf gleichbleibend exzellentem Niveau dramatische Weltliteratur abendfüllend zu präsentieren. Zusammen mit den „Halbprofis“ (Alfred Munzert) Margarete Holzapfel, Rebecca Reum und Amanda Zeisler sowie Yorick R. an den Misch- und Lichtpulten studierte sie ein und führte sie am vergangenen Donnerstag und Freitag auf: „Andorra“ von Max Frisch. Ähnlich dem im Vorjahr gezeigten Stück „Biedermann und die Brandstifter“ des Schweizer Schriftstellers – und doch ganz anders – geht es in zweiter Linie um Vorurteile und negative Selbstverleugnung, geht es in erster Linie um das Bildnis, das man sich vom andern nicht machen möge, ein Thema von biblischer Größe, geht es aber auch um Schuld, Katharsis und Opferhaltung, geht es ganz primär um die schmerzliche Menschheitserfahrung der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Die vielen weiblichen und männlichen Darsteller haben ihre Inszenierung mitgestaltet, sie haben ein originelles Bühnenbild nebst Vorbühne entworfen, sie haben sich immer wieder modisch-modern, aber keinen Augenblick sinnentstellend in den Text eingebracht.

Wer im Folgenden nicht genannt wird, darf dennoch höchst stolz sein, indes: Der Platz in Schulnachrichten ist endlich. Beeindruckt erinnert man sich an die selbstverliebten Figuren eines Jemand (spießig verraucht: Valeria P.) oder des Doktors (verrucht verraucht: Amelie W.), hat man den bedenkenbefreiten Idioten erlebt (Unvereinbares abgrinsend: Nina D.) oder den stummen, gnadenlos bedrohlichen Kreuzträger und Judenschauer (mit wie angegossenem Binder: Jannik S.). Die Hauptrollen greifen naturgemäß am meisten Raum, aber keine so wie Soldat Peider (Markus P.). Valentin S. spielt ihn wunderbar zweideutig, den Vater, der aus dem Suff in die Erkenntnis gelangt. Das Liebespaar schließlich (Christin G. bzw. Ramona R. als Barblin nebst Christoph R. als Protagonist Andri) wäre bei Shakespeare fast noch besser aufgehoben. Grandios!
Wolfgang Zimmermann, StD

 

 

Seite 1 von 2

Who's Online

Aktuell sind 36 Gäste und keine Mitglieder online