Austausch mit Québec 2016/17

Im Mai 2016 bekam ich vom Bayerischen Jugendring die Zustimmung für diesen Austausch und einen Partnervorschlag, dem ich sofort zustimmte, weil ich wusste, dass das eine großartige und sicherlich fantastische Zeit in meinem Leben sein würde. Ich sollte Recht behalten. Mit meiner franco-kanadischen Austauschschülerin verbrachte ich sechs aufregende Monate, die ich nie wieder vergessen werde. Anfang September kam  Frédérique hier an und nahm bis Dezember an unserem deutschen Leben teil. Zusammen mit Familie und Freunden haben wir viel gelacht und erlebt. Von Kerwa und Weinfest über diverse Städtetouren in Dresden, Berlin oder Rothenburg bis nach Neuschwanstein haben wir alle, auch Frau Seifert, die zuständige Tutorin für diesen Austausch, Frédérique viel von unserem deutschen Kulturgut und Lebensstil gezeigt, was ihr sehr gefiel. Am dritten Dezember flog meine, mir und meiner Familie schon längst ans Herz gewachsene, Austauschpartnerin zurück in ihre Heimatregion Québec. Mitte Januar flog ich ihr dann endlich hinterher und wurde sowohl herzlich von ihrer Familie als auch vom tiefsten kanadischen Winter begrüßt, der mit minimalen -36 Grad Celsius alle meine bis dahin erlebten Temperaturen übertraf.

 

Was mich nebst Temperaturen und großer Schneemenge auch erstaunte, waren die knallgelben Schulbusse und die menschengroßen Spinde, die uns allen wahrscheinlich aus vielen Filmen bekannt sind. Doch in der neuen Umgebung fand ich mich kurz darauf dank meiner neu gefundenen Freunde und der netten, verständnisvollen Lehrer gut zurecht. Meine Gastfamilie lebte unweit der Küstenstadt Matane, die mit ihren 14.000 Einwohnern auch die größte auf der Halbinsel der „Gaspesie“ war. Dort war ich weit abgeschnitten von den Großstädten Québec und Montréal, doch selbst da gab es erst einmal Einiges zu erleben und zu verstehen. Zum Beispiel dauerte es seine Zeit bis ich mit dem accent québécois, der sich besonders auf dem Land sehr von unserem Schulfranzösisch unterschied, zurechtkam. Ebenso unterschied sich die Schule sehr von unserem Gymnasium. Denn die Schüler hatten jeden Tag erst um 16:40 Uhr aus, Noten wurden nur anhand angekündigter Tests gemacht und das Stundenplansystem erwies sich als völlig verschieden, auf den ersten Eindruck ja sogar etwas verwirrend, was aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, wie schon erwähnt, normaler Alltag war. Zu diesem gehörten auch die nachmittäglichen Besuche bei Freunden der Familie oder bei meinen eigenen.


Die Gasteltern zeigten mir zudem das äußerst leckere québecer Nationalgericht Poutine, das sich aus Pommes mit brauner Soße und Quitschkäse zusamensetzte (Unbedingt zu empfehlen!).

Außerdem machten wir viele Ausflüge. So besuchten wir den Nationalpark der Gaspesie, wo ich meine ersten frei lebenden Elche gesehen hatte, fuhren nach Québec, um dort den atemberaubenden Umzug des größten Winterkarnevals der Welt zu erleben und um einen Tag im riesigen Winterrutschenparadies „Valcartier“ zu verbringen, was wir alle sehr genossen.
Doch das absolute Highlight meines Aufenthalts war das persönliche Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau im Parlament in Ottawa, in dem wir dank Frédériques persönlichen Verbindungen sogar eine Privatführung genossen.
Das war wirklich überwältigend!
Sicherlich könnte ich noch viel mehr von Frédériques und meiner gemeinsamen Zeit erzählen, doch das würde zu weit führen.
Bedanken möchte ich mich trotzdem noch bei den Leuten, die mir immer wieder während des Austausches geholfen und unterstützt haben. Das wären einerseits meine treuen Freunde und meine liebe Familie, andererseits auch Herr Schröttel und Frau Seifert, die mir ebenso einen Teil der nötigen Motivation gegeben haben.
Ich schätze diesen Austausch nicht nur wegen der tollen Ausflüge, nein auch besonders wegen der vielen interessanten und wunderbaren Menschen die ich kennengelernt habe und nicht mehr in meinem Leben missen möchte sowie aufgrund der vielfältigen und kostbaren Erfahrungen, die ich in der kanadischen Schule, mit der etwas anderen Kultur und mit meiner liebenswürdigen Gastfamilie gemacht habe. Ich empfehle diesen Austausch, der übrigens schon seit vielen Jahren vom Bayerischen Jugendring erfolgreich organisiert wird, jedem, der etwas von der Welt sehen möchte und immer offen für Neues ist. Natürlich sollte man besonders für den Kanadaaustausch auch eine gewisse Kälteresistenz und/oder warme Klamotten mitbringen.... ;)

Valeria , 10 Jgst.

Austausch mit Québec/ Kanada 2013/14

Am 16.09.2013 ging der Austausch mit der Schule François-Bourrin in Québec, Kanada, in die zweite Runde. Unsere Kanadierinnen Justine V. und Laurence L., die aus einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern kommen, erlebten hier von September bis Dezember unsere Traditionen und unser Leben in Deutschland mit. Auf verschiedenen Kerwas, auf dem Oktoberfest und auf Weihnachtsmärkten hatten sie eine Menge Spaß. Die deutsche Küche fanden sie zwar gewöhnungsbedürftig, trotzdem schmeckten ihnen unsere Spezialitäten wie Bratwurst mit Sauerkraut schließlich doch ganz gut. Auch unseren Unterricht besuchten sie und entdeckten sofort Unterschiede. Für die zwei Schülerinnen begann der Unterricht hier viel zu früh, denn während sie hier schon um 8:15 Uhr in den Klassen sitzen mussten, müssen sie zu Hause erst um 9:20 Uhr in die Schule. Um noch mehr von Deutschland zu entdecken, sind wir mit ihnen auch in die Hauptstadt Berlin gefahren, wo eine Stadtrundfahrt und ein Besuch des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds nicht fehlen durften. Auch in Garmisch-Partenkirchen und in München sind wir gewesen, ebenso wie bei einem FC-Bayern-München Spiel in der Allianz-Arena, bei dem sie live dabei waren.Frau Seifert, die deutsche „Austauschmama“, unternahm mit ihnen viele Ausflüge und gemeinsam besuchten sie weitere Städte in unserer Umgebung. Ihre Verabschiedung durch unsere Familien und ihre neu gewonnenen Freunde war tränenreich und fiel nicht gerade leicht. So flogen sie am 16.12.2013 wieder in ihre Heimat zurück und wir einen Monat später am 13.01.2014 hinterher in die Stadt Québec im Osten Kanadas.
Für drei Monate war das nun unser Zuhause. In der ersten Woche fiel uns die Zeitumstellung etwas schwer. Doch sowohl in der Schule als auch zu Hause haben uns alle durch ihre gastfreundliche Art den Anfang des Austausches sehr erleichtert. An den accent québécois haben wir uns zum Glück schnell gewöhnt und zahlreiche neue Wörter wurden uns beigebracht. In der Schule entdeckten auch wir viele Unterschiede, beispielsweise das Tragen einer Schuluniform, was in der dortigen Schule dazugehört. So trugen wir im kältesten und längsten Winter seit 20 Jahren in Kanada in der Schule kurze Röcke, was bei -36°C Außentemperatur schon mal fröstelte. In den ersten Wochen lernten wir die Stadt immer besser kennen und dabei auch ihre Sehenswürdigkeiten wie das Château Frontenac, welches das meist fotografierte Hotel der Welt ist, oder den Carnaval de Québec mit seinem Maskottchen, dem Bonhomme de Carnaval und seinem Eisschloss.
Doch was wäre ein Austausch ohne typisches Essen der Region? Wir lernten dort ziemlich außergewöhnliche Gerichte kennen, die doch wirklich sehr gut geschmeckt haben. Dazu gehören z.B. die Poutine, was eigentlich nur Pommes mit brauner Soße und quietschendem Käse ist, oder paté chinois, welches aus Hackfleisch, Mais und Kartoffelbrei mit Ketchup besteht. In Kanada darf eines aber auch nicht fehlen, nämlich der dort überall bekannte Ahornsirup in allen möglichen Variationen, wie in Keksen, Butter, Lollis oder sogar in Salatdressings. Auch ein weiteres kanadisches Klischee hat sich dort auf jeden Fall bewährt, denn die Kanadier lieben Hockey und bei den Olympischen Spielen wurde alles genaustens mitverfolgt. Ob in der Mittagspause in der Schule oder beim Bummeln in der Stadt: Überall waren Menschen vor den Fernsehern, aber es hat sich gelohnt, weil sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaft im Hockey Gold geholt haben. Unsere Familien haben mit uns ebenfalls größere Ausflüge gemacht. So waren wir in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, und auch zweimal in Montréal, wo wir das Biodome und den Olympiaturm besuchten oder auf einem Konzert von Miley Cyrus im Eishockeystadium waren. Genauso wie bei Justine und Laurence fiel uns der Abschied von Familie und Freunden im April nicht ganz leicht, aber trotzdem haben wir uns sehr auf die Heimat und das warme Wetter in Deutschland gefreut. Wir danken Frau Seifert für dieses einzigartige Erlebnis und die großartige Unterstützung.
Nadine L. & Fabienne F.

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